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Deutsche scheuen sich vor den neuen Euro-Überweisungen |
| Posted by Administrator (admin) on Nov 11 2010 |
Schon seit dem Jahr 2003 hat man in Deutschland die Möglichkeit, Überweisungen ins europäische Ausland ganz einfach selbst durchzuführen. Hierzu muss man bloß die entsprechende BIC und IBAN kennen. Hinter den beiden fremd wirkenden Abkürzungen steckt nichts anderes als die neue Form der Bankleitzahl bzw. Kontonummer. Die beiden Zahlenfolgen sind der wichtigste Bestandteil des neuen länderübergreifenden Zahlungssystems in Europa. Dieses befindet sich schon seit einigen Jahren in der Einführungsphase und soll den Zahlungsverkehr über die Ländergrenzen hinweg wesentlich vereinfachen. Dies macht zum Beispiel das Bezahlen von Online-Bestellungen im Ausland oder Urlaubs-Rechnungen wesentlich unkomplizierter.
Das neue SEPA-System soll innerhalb der nächsten Jahre die alten Systeme in den jeweiligen Ländern komplett ersetzen. Spätestens dann müssen sich alle Bundesbürger wohl eine neue Bankleitzahl und eine neue Kontonummer merken. Dies bedeutet allerdings auch eine große Umstellung. So ist die neue Kontonummer mit ihren 22 Stellen beispielsweise alles andere als leicht zu merken.
Es scheint so, als würde dies viele Deutsche abschrecken. Erst kürzlich hat eine Studie der europäischen Zentralbank ergeben, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 gerade einmal 0,8% der Überweisungen in Deutschland mit Hilfe von BIC und IBAN abgewickelt wurden. Dies lässt sich als Zeichen deuten, dass das neue SEPA System noch immer auf sehr viel Skepsis in der Bevölkerung stößt. Welche Gründe es genau für die Zurückhaltung in Sachen SEPA-System ist indes nur schwer sagen. Fest steht lediglich, dass die Umstellung in anderen europäischen Ländern schon wesentlich weiter vorangeschritten ist. So lag der Anteil an BIC/IBAN-Überweisungen in Luxemburg im gleichen Zeitraum schon bei 89%. Insgesamt liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit unter dem Durchschnitt. Dieser liegt bei 9% aller getätigten Zahlungen. Hinter der Bundesrepublik liegen derzeit nur noch Irland, die Niederlande und die Slowakei.
Die Zeit sich umzustellen, verrinnt immer weiter. Es wird vermutet, dass schon im nächsten Jahr vom europäischen Parlament eine endgültige Umstellungsfrist festgelegt wird. Dann könnte es schon in wenigen Jahren nur noch ein System für Überweisungen und Lastschriften geben. Spätestens dann müssen sich viele Bundesbürger wohl ihre neue 22-stellige Kontonummer merken.
Last changed: Nov 12 2010 at 4:41 PM
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